23 Apr

Do. – 16. Mai – 19 Uhr | Bio-Essen gegen Spende | Diskussion zu gutem Essen für alle im Kiez | @ Mahalle, Waldemarstr. 110

Wir wollen am 16. Mai nach 19 Uhr im Rahmen der FoodCoop Cuisine in der Mahalle (Waldemarstraße 110) über Armut, Essen, Arbeitsbedingungen und Verdrängung diskutieren. Dazu eingeladen haben wir die Anwohnerinitiative Kiezmarkthalle, einen Produzenten und Händler von ökologisch und kollektiv erzeugten Produkten, sowie die Erwerbsloseninitiative Basta!.

Anlass ist die Auseinandersetzung um die Markthalle 9, die zu einem Aufwertungsmotor im Kiez geworden ist. Kontrovers ist dieser Konflikt geworden, durch die Verdrängung des Aldis, dem letzten billigen Supermarkt in der fußläufigen Umgebung. Damit wurde öffentlich die Frage der Nahversorgung gestellt.

Wir wollen gutes Essen für alle. Mit „gutem Essen“ meinen wir, dass für die Konsument*innen gute Qualität, ausreichende Menge und angemessene Preise herrschen, dass für die Arbeiter*innen in Produktion, Transport und Verkauf/Verteilung gute Arbeitsbedingungen herrschen und gleichzeitig ökologisch und nachhaltig produziert wird. Das ist viel, aber weniger sollten wir nicht fordern.

Bisher scheint es den Leuten zu reichen am Konsum teilhaben zu dürfen. Billiges Essen soll verfügbar sein – egal zu welchen ökologischen und sozialen Produktionsbedingungen und egal unter welcher Ausbeutung der Aldi-Mitarbeiter*innen. Jetzt bricht das Angebot für billiges Essen um den Lausitzer Platz weg mit verheerenden Folgen, vor allem für Menschen, die nicht mobil genug sind um schnell zum Einkaufen irgendwohin zu fahren.

Welche Lösungsstrategien haben wir um darauf zu reagieren? Warum wird der Wegfall des Aldis so sehr bedauert, anstatt wütend zu sein, dass Menschen in unserer Gesellschaft so arm gehalten werden, dass sie einen Aldi benötigen?
Wie können wir für Menschen (auch die nicht-mobilen) die gesellschaftliche Teilhabe durch Konsum gewährleisten und gleichzeitig soziale und ögologische Standards einhalten. Können FoodCoops, Konsumgenossenschaften oder andere Modelle eine Lösung sein? Sind wir überhaupt willens eine Nahversorgung jenseits der Marktlogik zu denken und auszuprobieren?